Linkbuilding – Definition & Strategien [2021]

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Linkbuilding (auch Linkaufbau genannt) klingt für viele nach einer ollen, längst überholten SEO-Taktik. Aber das ist es nicht! Ganz im Gegenteil: Wer das Prinzip hinter Linkbuilding versteht und auf seine Website anwendet, wird langfristig profitieren – insbesondere durch bessere Rankings und mehr Traffic.

Was versteht man unter Linkbuilding?

Linkbuilding bedeutet, aktiv daran zu arbeiten, dass auf die eigene Website verweisende Backlinks entstehen. Um das zu erreichen, wenden Seitenbetreiber*innen alle möglichen Strategien an, von denen einige tatsächlich nicht mehr zeitgemäß sind – aber dazu später mehr.

Aber warum sind eigentlich alle so scharf auf Backlinks? Die schnelle Antwort: Backlinks sind ein sehr wichtiges Kriterium des Google Ranking-Algorithmus, und deshalb natürlich auch für die Suchmaschinenoptimierung.

Die technischen Hintergründe von Linkbuilding

Um zu verstehen, warum Links so wichtig für die Performance von Websites sind, treten wir einmal einen Schritt zurück und betrachten die Struktur des Internets. Aus was besteht sie? Genau: Aus Websites, die miteinander verknüpft sind – durch Links.

Ohne Links könnten wir Websites nur betreten, wenn wir den exakten Domainnamen kennen und in die Browserleiste eingeben. Weiterleitungen gäbe es nicht – und auch keine Suchmaschinen, die ja im Prinzip nichts anderes als smarte Linklisten sind.

Links verknüpfen also zusammenpassende Inhalte miteinander. Außerdem wirkt ein Link wie eine Art Empfehlung: Wenn Website A einen Link zu Website B setzt, dann sagt sie ihren Besucher*innen damit meistens: „Auf dieser Seite findest du für dich relevante Informationen“ oder „Ich habe diese Seite als Quelle genutzt“. Beides spricht für die Qualität des Angebots auf Website B.

Dieses Prinzip hat sich Google zunutze gemacht. Der Gedanke von Google-Gründern Larry Page und Sergej Brin: Wenn Links Empfehlungen darstellen, dann lässt sich die Qualität einer Website wahrscheinlich sehr gut anhand ihres Backlink-Profils bewerten. Also integrierten sie mit Hilfe des Wertes „PageRank“ Backlinks in ihren Ranking-Algorithmus. Mit Erfolg: Die Suchergebnisse wurden deutlich relevanter.

PageRank: Das Bindeglied zwischen Backlinks und Google Ranking

Um die Qualität einer Website messbar zu machen, entwickelten die Google-Gründer PageRank – eine Größe zwischen 0 und 10, die in den Ranking-Algorithmus einfließt. Das war bereits Ende der 90er Jahre – und auch heute noch ist PageRank ausschlaggebend für das Google-Ranking. Allerdings nicht als numerischer Wert, den wir uns anzeigen lassen und als Basis für Linkbuilding-Aktivitäten heranziehen können (das war nämlich tatsächlich der Fall, denn Google stellte damals eine Toolbar zur Verfügung, an der man den Wert ablesen konnte. Die Toolbar wurde 2016 entfernt). Es handelt sich wahrscheinlich um eine Zahl mit sehr vielen Dezimalstellen, die sich ständig verändert und nicht einsehbar ist. Ich sage „wahrscheinlich“, weil es bei diesem Thema ist wie bei vielen anderen rund um den Google-Algorithmus: Man weiß nichts Genaues und es gibt unter SEO-Experten viele gegensätzliche Annahmen. Deshalb ist das Prinzip hinter PageRank, das Aufschluss über die Verbindung von Links und Rankings gibt, meiner Meinung nach wichtiger als der Wert an sich.

Wie funktioniert also PageRank? Ich werde diese Frage hier nur so weit beantworten, dass das Prinzip von Linkbuilding deutlich wird. Wer tiefer in das Thema einsteigen will, dem empfehle ich z. B diesen RyteWiki-Artikel.

PageRank gewichtet Websites auf Grundlage ihres Backlink-Profils: Je mehr (hochwertige) Websites auf deine Website verlinken, desto höher der PageRank-Wert und desto besser wird deine Website ranken. Gleichzeitig wird sie als Linkquelle einflussreicher: Ausgehende Links von deiner Seite haben einen größeren Effekt, je höher ihr PageRank. So das (sehr vereinfachte) Prinzip.

Dieser Mechanismus bedeutet im Umkehrschluss, dass PageRank „vererbt“ wird. Mit jedem ausstehenden Link gibt deine Website also etwas PageRank an andere Websites ab.

Ein Beispiel:

Dann wäre da auch noch: Linkjuice

Der Begriff Linkjuice wird häufig synonym für PageRank benutzt, aber strenggenommen ist es nicht exakt das Gleiche.

PageRank ist ein Teil des Google-Algorithmus und eine Größe zur Berechnung des „Werts“ einer Website. Linkjuice dagegen ist eine abstrakte Größe, die den Effekt eines Links ausdrückt und dabei unter anderem berücksichtigt, wie viel PageRank von einer Website zur anderen oder auch innerhalb einer Website (von einer URL zur anderen) fließt. Neben PageRank wirken sich allerdings noch andere Faktoren, wie z. B. der Linktext (Anchor Text) oder die Zahl der Links, auf den fließenden Linkjuice und damit den Einfluss eines Links auf die Zielseite aus.

Warum Linkbuilding auch 2021 noch wichtig ist

Links gehören nach wie vor zu den zentralen Ranking-Faktoren. Der Hintergrund: Links stellen auch heute die Basis des Internets dar. Und solange das Backlink-Profil einer Website als Indiz für die Qualität einer Website angesehen wird, bleibt Linkbuilding relevant.

Was sich verändert hat, ist die Art und Weise, wie Linkbuilding betrieben wird. Je „klüger“ Google wird, desto eher werden fadenscheinige Linkbuilding-Taktiken und Manipulationsversuche erkannt und abgestraft. Außerdem kommt es nicht mehr, so wie zu den Anfangszeiten der Suchmaschinen, allein auf die Menge an Backlinks an. Was zählt, ist die Qualität der Links bzw. der Webseiten, die einen Link setzen. Dazu mehr im nächsten Absatz.

Quality beats quantity – aber das war nicht immer so

Ich habe davon gesprochen, dass Links von Google quasi als Empfehlungen betrachtet werden. Nun ist aber Empfehlung nicht gleich Empfehlung. Schließlich kommt es darauf an, von WEM eine Empfehlung stammt – oder?

Stell dir vor, du möchtest in den Urlaub fliegen und ein Hotel buchen. Welche Hotel-Empfehlung wird mehr in deine Entscheidung einfließen – die eines Unbekannten, dessen Urteilsvermögen du nicht einschätzen kannst, oder die einer Person aus deinem engen Bekanntenkreis, der du vertraust? Vermutlich eher Zweiteres. Und genauso tickt auch Google.

Das bedeutet, dass Links von Websites, die Google als „vertrauenswürdig“ einstuft, als wichtiger erachtet werden als Links von unbedeutenden Websites. Folglich solltest du dich bemühen, Links von solchen vertrauenswürdigen Seiten zu bekommen. „Vertrauen“ umschreibt man im SEO-Bereich übrigens als „Trust“.

+++ Exkurs: Wie misst Google eigentlich Vertrauenswürdigkeit bzw. Trust?

Nun, zunächst einmal anhand von Backlinks: Hier schließt sich der Kreis. Eine Website, die sehr häufig verlinkt wird, scheint schließlich eine gute, vertrauenswürdige Quelle zu sein. Auch die Zahl der Aufrufe ist relevant, denn vertrauenswürdige Quellen ziehen viele Besucher an.

Daneben sind aber auch „formale“ Aspekte ausschlaggebend. Um als vertrauenswürdig wahrgenommen zu werden, sollte eine Website ein Impressum sowie Informationen zu AGBs und Datenschutz besitzen. Und eine „Über uns“-Seite, die Hintergründe zum Unternehmen bzw. der Marke bereitstellt. Auch die technische Sicherheit spielt eine Rolle: Um als vertrauenswürdig zu gelten, sollte eine Website heutzutage unbedingt durch das HTTPS-Protokoll verschlüsselte sein.

Und um noch ein paar Beispiele zu nennen: Als „Trust“-Websites gelten u. a. Websites von staatlichen Institutionen wie Universitäten, die Online-Auftritte bekannter Pressemedien (spiegel.de zeit.de, faz.net usw.) und Online-Magazine (bigitte.de, utopia.de, t3n.de usw.). Die Liste ist natürlich lang und es gibt viele Abstufungen.

Google hat allerdings erst mit der Zeit gelernt, Vertrauenswürdigkeit in die Bewertung von Links (und somit auch Rankings) mit einzubeziehen. Am Anfang war das noch nicht so und die reine Zahl der Links war entscheidend. Kein Wunder, dass jede Menge SEOs ihre Websites pushten, indem sie massenweise Links auf „schlechten“ Websites kauften. Aber es klappte nun mal! Heute sind solche Maßnahmen überhaupt nicht mehr zeitgemäß und du solltest deine Linkbuilding-Strategie unbedingt darauf aufbauen, Links von „High Trust“-Websites zu bekommen.

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Linkattribute – follow, nofollow und Co.

Wer einen Link setzt, kann diesem bestimmte Auszeichnungen – Linkattribute – zuordnen. Dadurch wird dem HTML-Code ein Code-Schnipsel der Form rel=„…“ hinzugefügt. Diese sind für das Linkbuilding relevant, weil sie jeweils ein Signal an Google senden, um welche Art von Link es sich handelt.

Folgende Linkattribute gibt es:

  • Follow
  • Nofollow
  • Sponsored
  • UGC (= user generated content)

+++ Exkurs: Die Geschichte der Linkattribute

Ursprünglich wurden sämtliche Links von Google registriert. Da aber zunehmend Link-Spamming betrieben wurde (z. B. massenhaft Links in Foren, Blogkommentaren usw. platziert wurden), führte Google 2005 die Attribute „follow“ und „nofollow“ ein. Damit erhielten Websitebetreiber*innen die Möglichkeit, nicht-redaktionelle Links zu kennzeichnen und dadurch zu verhindern, dass der Google-Bot diesen Links folgt. Das bedeutet automatisch, dass kein Linkjuice weitergegeben wird und die verlinkte Seite nicht von dem Link profitiert – umgekehrt aber auch, dass die oder der Websitebetreiber*in sein eigenes Ranking nicht aufs Spiel setzt, weil sie oder er auf eine eventuell unseriöse Website verlinkt. Im Prinzip gibt der nofollow-Tag Google zu verstehen, dass die oder der Websitebetreiber*in keine Verantwortung für die verlinkte Website übernehmen will. Darüber hinaus wurde der nofollow-Tag häufig auch zur Kennzeichnung „gekaufter“ Links genutzt (z. B. Bannerwerbung und Advertorials).

2019 stellte Google dann zwei neue Linkattribute vor: Sponsored und UGC (user generated content). Diese sollen im Prinzip Funktionen übernehmen, die vorher durch den nofollow-Tag abgedeckt wurden: Sponsored für Links, die gegen Bezahlung entstanden sind (Werbung, Affiliate, Sponsoring etc.), und UGC für von Usern erstellte Links (etwa in Blogkommentaren). Die Nutzung dieser beiden Linkattribute ist laut Google übrigens nicht verpflichtend, sondern vielmehr „empfohlen“. Google’s konkrete Aussagen zum Thema Linkattribute kannst du hier in den Richtlinien der Google Search Console nachlesen.

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Wie du dir vielleicht denken kannst, sind Follow-Links unter SEOs am begehrtesten, denn im Gegensatz zu den anderen Attributen übertragen sie Linkjuice. Das bedeutet aber nicht, dass alle anderen Links wertlos sind. Google selbst hat verlauten lassen, dass sämtliche Links in das Ranking einbezogen werden – es ist aber leider unklar, wie genau. Jedenfalls gehen SEO-Experten davon aus, dass ein gewisser Anteil an nofollow-Links sogar wichtig ist, weil das für einen natürlichen Linkaufbau spricht. Bezüglich des Sponsored- und UGC-Attributs gibt es bisher wenig Aussagen, da es sie noch nicht so lange gibt.

Der richtige Anchor-Text

Neben dem „Trust“ der linkgebenden Website machen einen „guten Link“ noch einige weitere Aspekte aus. Einer davon ist der sogenannte Anchor-Text (auch Linktext genannt). Damit gemeint ist der Text, auf dem der Link platziert ist. Besonders häufig stößt man auf Anchor-Texte wie „hier“, „mehr lesen“, „zum Beitrag“ usw. (ob diese gut gewählt sind, dazu gleich mehr). Jedenfalls nutzt der Google-Algorithmus den Anchor-Text, um zu bewerten, ob ein Link natürlich aufgebaut wurde oder nicht. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Je nachdem, wo und wie du einen Link bekommen hast, kannst du dir nicht unbedingt aussuchen, wie der Anchor-Text lauten soll. Manchmal aber schon – etwa, wenn die linkgebende Website von dir selbst verwaltet wird, oder wenn du einen Artikel geschrieben hast, in dem du selbstständig Links platzieren darfst.

Nehmen wir also an, du hast die freie Wahl: Wie solltest du den Anchor-Text gestalten?

  • Der Anchor-Text sollte möglichst gut beschreiben, was den User erwartet, wenn er auf den Link klickt.
  • Sehr allgemeine Anchor-Texte wie „hier“ oder „jetzt lesen“ sind daher nicht optimal – allerdings ist es nicht per se schädlich, hier und da solche Anchor-Texte zu verwenden.
  • Integriere passende Keywords, auf die deine Seite ranken soll, WENN ES SINN MACHT. Hier ist Vorsicht geboten: Da Google unnatürlichen Linkaufbau verhindern möchten, könnten „überoptimierte“ Anchor-Texte abgestraft werden. Als überoptimiert erscheint es z. B., wenn all deine Links den gleichen, Keyword-basierten Anchor-Text haben, etwa „Sandalen kaufen“ oder „günstige Sandalen“ (um einmal richtige „spammy“ Beispiele zu nehmen). Stattdessen solltest du deine Anchor-Texte variieren, aber gleichzeitig darauf achten, dass sie zum Content passen.

Relevanz als Qualitätsfaktor

Ein Link sollte an der Stelle, an der er platziert wurde, Sinn machen. Tut er das nicht, wirkt es, also stecke manipulatives Linkbuilding dahinter – und das sieht Google gar nicht gern. Zunächst einmal muss der thematische Bezug passen: Wird z. B. ein Gitarrenhersteller von einem Forstmagazin verlinkt, ist das zumindest einmal verdächtig.

Sinnvoll und relevant ist außerdem ein Link, der den User zu weiterführenden Informationen führt oder zu etwas anderem, das ihn womöglich interessiert (das kann ein Produkt, ein Service, ein Tool sein …). Auch ein Quellenlink macht in der Regel absolut Sinn.

Die Frage nach der Relevanz solltest du dir übrigens auch stellen, wenn du Links auf deiner eigenen Website setzt, egal ob interne oder externe Links.

Zusammenfassung: hochwertige Links vs. schlechte Links

Also, noch einmal in aller Kürze:

Gute Links ….

  • sind natürlich entstanden (oder sehen zumindest so aus 😉).
  • stammen von vertrauenswürdigen Websites.
  • sind relevant (das heißt, sie passen thematisch, erfüllen einen Zweck und können dem User weiterhelfen).
  • haben sinnvolle Anchor-Texte.

Schlechte Links …

  • sehen aus, als stecke aktiver Linkaufbau dahinter.
  • stammen von unseriösen, „spammy“ Seiten.
  • erfüllen keinen wirklichen Zweck, da sie nur „um des Links Willen“ gesetzt wurden.
  • haben überoptimierte oder irreführende Anchor-Texte.

Jetzt mal Klartext: So baust du hochwertige Links auf

Du weißt nun, dass gute Links von vertrauenswürdigen Websites aufbauen solltest (falls nicht, bitte nochmal zum Anfang scrollen 😉).

Als Nächstes interessiert dich wahrscheinlich, WIE du an solche Links kommst. Im Folgenden verrate ich dir einige Strategien, um richtig gute Links zu generieren (natürlich alle eigens Erfolgs-erprobt).

Content, der eine Empfehlung wert ist

Eigentlich viel zu simpel, um als Linkbuilding-Strategie zu gelten – aber die einfachste Art, an gute Links zu kommen, ist richtig, richtig guter Content. Wir erinnern uns: Links sind Empfehlungen. Und wenn etwas gut ist, wird es empfohlen, egal ob es sich um ein Produkt handelt oder um eine Website, ein Tool, ein PDF, einen Artikel …

Ich kann dir nur einmal mehr ans Herz legen, Zeit und Mühe in die Erstellung deines Website-Contents zu investieren, denn dann wirst du ganz automatisch Links generieren. Aber natürlich nicht nur das. Richtig guter Content gefällt auch Google (= bessere Rankings) und natürlich auch den Usern (= mehr Traffic, höhere Verweildauer, mehr Conversions). Das sind eine Menge Gründe, richtig guten Content zu erstellen, oder?

Outreach

Durch aktiven Outreach (die Kontaktaufnahme mit Menschen, die deinen Content teilen) kannst du deine Linkbuilding-Erfolge um einiges steigern. Wichtig ist hierbei, dass du deine Ansprechpartner*innen sorgfältig auswählst (wen könnte der Content interessieren?) und dir genau überlegst, wie du sie oder ihn überzeugen kannst. Die Kontaktaufnahme kann übrigens auf diversen Wegen erfolgen (von Mail über Telefon bis zu Social Media ist alles erlaubt). Die Voraussetzung ist natürlich, dass du Content anbieten kannst, der einen Link wert ist.

PR

Zwischen PR und Online-Marketing lassen sich unglaublich wertvolle Synergien schaffen. Denn die Aufgabe von PR ist es ja, (positive) Berichterstattung für das Unternehmen herbeizuführen. Und aus solchen Berichterstattungen entstehen sehr leicht Links – etwa in Form von Quellenverweisen. Aus diesem Grund sollten beide Bereiche möglichst eng zusammenarbeiten. Wichtig ist hier auch die kontinuierliche Sichtung von Online-Brand-Erwähnungen …

Online-Brand-Erwähnungen (OBEs)

Als Online-Brand-Erwähnungen versteht man, wie der Name schon verrät, Erwähnungen der Marke in Online-Medien – und zwar solche, die (noch) keinen Link enthalten. Die Strategie besteht darin, solche „OBEs“ aufzuspüren und den Verantwortlichen dazu zu bringen, einen Link zu setzen.

Broken Backlink Recovery

Eine Methode, um relativ einfach an Links zu kommen, ist die sogenannte Broken Backlink Recovery (Recovery = Wiederherstellung). Hier geht es darum, Links, die aus irgendeinem Grund nicht mehr funktionieren, zu „reparieren“ bzw. wieder aufzubauen. Etwa, weil die Ziel-URL nicht mehr existiert und der Link deshalb auf eine 404-Fehlerseite führt, oder, weil der Code auf der linkgebenden Seite fehlerhaft ist.

Je nachdem, wo der Fehler liegt, lässt sich ein Broken Backlink auf verschiedene Weisen wiederherstellen. Wurde die Ziel-URL, auf die der Link ursprünglich führte, gelöscht, kannst du eine 303-Weiterleitung auf eine alternative URL einrichten (Achtung: Der Inhalt dieser URL sollte thematisch passen, damit der Link nach wie vor Sinn macht). Liegt der Fehler bei der oder dem Betreiber*in der Website, auf der der Link platziert ist, solltest du sie oder ihn kontaktieren und auf den fehlerhaften Link hinweisen.

Linkbuilding-Taktiken, die immer weniger funktionieren

Neben den genannten, aus eigener Erfahrung gut funktionierenden Möglichkeiten gibt es auch eine Reihe „aus den Jahren gekommener“ Linkbuilding-Strategien, die nicht oder zumindest vorsichtig eingesetzt werden sollten. Die Gründe: Sie funktionieren einfach immer weniger für den Aufbau hochwertiger Backlinks oder führen sogar zur Abstrafung, weil Google sie als Manipulationsversuche wahrnimmt.

Linkkäufe         

Google mag keine gekauften Links. Der Grund liegt auf der Hand: Der Algorithmus sieht Links als Empfehlungen und bewertet Websites auf dieser Grundlage – aber welchen Wert hat schon eine Empfehlung, wenn dafür bezahlt wurde? Trotzdem sind Linkkäufe innerhalb der SEO-Branche immer noch gang und gäbe; ganze Geschäftsmodelle basieren darauf. Und solange Google nicht dahinterkommt, dass für eine Link-Platzierung Geld geflossen ist, funktioniert das Ganze auch nach wie vor. Trotzdem besteht ein gewisses Risiko, abgestraft zu werden. Deshalb würde ich von gekauften Links abraten und empfehle, lieber in andere Strategien zu investieren.

Linktausch (Link-Crossing)

Wenn du mir einen Link gibst, geb ich dir auch einen – das ist das Prinzip hinter sogenanntem Link-Crossing. Solange es Sinn macht, sich gegenseitig zu verlinken, ist daran auch eigentlich nichts auszusetzen. Nur: Sobald es im größeren Stil betrieben wird, kann das vom Algorithmus negativ bewertet werden. Fazit: Linktausch muss nicht per se schädlich sein, ist aber mit Vorsicht zu genießen.

Gewinnspiele

Früher waren Gewinnspiele eine sehr beliebte Taktik, um an Links zu kommen. Das Prinzip: Blogger wurden dazu aufgerufen, einen Beitrag zu erstellen (natürlich mit Link zur Gewinnspielseite), Gegenleistung war die Aussicht auf einen Gewinn. Mit zunehmender Professionalisierung der Blogger-Szene funktionieren solche Strategien aber kaum noch. Die bloße Aussicht auf einen Gewinn lockt einfach keinen Blogger, schon gar nicht, wenn Arbeit (Beitrag erstellen) und sogar ein Link damit verbunden sind.

Blogparaden

Bei einer Blogparaden werden Blogger dazu aufgerufen, einen Beitrag zu einem vorgegebenen Thema zu erstellen und darin den „Initiator“ der Parade zu verlinken. Die Problematik ist dieselbe wie bei Gewinnspielen: Blogger sehen immer weniger Wert darin, sich die Mühe zu machen, geschweige denn, einen Link zu setzen. Und mit dem Argument „Reichweite“ überzeugst du heutzutage auch nur noch die wenigsten Blogger.

Gastbeiträge

Gastbeiträge („Guest Blogging“) wurden lange Zeit für den Linkaufbau genutzt. Das Prinzip: Du schreibst als Gastautor einen Text für eine fremde Website und erhältst im Gegenzug (meistens im Rahmen einer Autorenvorstellung) einen Link auf deine eigene Website. So weit so gut. Allerdings hat Google schon öfter Stellung zu diesem Thema bezogen und verkündet, dass Links in Gastbeiträgen automatisch erkannt und nicht gewertet werden. Sie werden als Manipulation angesehen und verstoßen deswegen gegen die Google-Richtlinien.

ABER: Nur weil Gastbeiträge keine gute Linkbuilding-Strategie darstellen, heißt das nicht, dass sie nicht sinnvoll sein können. Denn ein guter, themenrelevanter Gastbeitrag kann nicht nur Traffic bringen, sondern auch ein sehr nützliches Werkzeug darstellen, um dein Unternehmen bekannt zu machen und deine Expertise unter Beweis zu stellen (Stichwort Branding). Und dafür ist es ja egal, ob der Link nicht gewertet wird. Schädlich sind Links in Gastbeiträgen normalerweise nicht.

Gastbeiträge ergeben sich übrigens meistens über das eigene Netzwerk oder auch durch Outreach. Es lohnt sich also, sich mit Branchen-Kollegen zu vernetzen und stets die Augen nach Gastartikel-Optionen offenzuhalten.

Fazit: Linkbuilding als Teil deiner Online-Strategie

Hochwertige Links sind aus SEO-Perspektive goldwert, denn sie vermitteln den Suchmaschinen die Botschaft: Diese Website ist von guter Qualität. Das führt zunächst einmal zu mehr Sichtbarkeit und dadurch wiederum zu mehr Traffic. Aber auch der über den Link kommende „referral“ Traffic und der Branding-Aspekt sind nicht zu verachten.

Linkbuilding ist also – auch heute noch! – ein sehr wichtiger Teil einer guten Online-Marketing-Strategie. Um hochwertige Link zu bekommen, stehen dir verschiedene Maßnahmen zur Verfügung. Die Basis sollte die Erstellung guten Contents sein, aber gerade am Anfang ist es sinnvoll, aktiv an der Generierung von Links zu arbeiten, zum Beispiel durch Seeding oder das Monitoring von Online-Brand-Erwähnungen. Von Manipulationstaktiken und Überoptimierung dagegen solltest du dringend die Finger lassen, um Abstrafungen zu vermeiden.

Auf der sicheren Seite bist du, wenn du Folgendes verinnerlichst: Achte A) auf die Qualität der Linkquelle und B) auf ein natürlich wirkendes, ausgewogenes Linkprofil (Tipp: Der Vergleich mit Wettbewerbern lohnt sich). Ich empfehle dir, deine Links regelmäßig unter die Lupe zu nehmen und bei Bedarf auch einmal „auszumisten“ – sprich, Links mit Hilfe einer „Disavow“-Datei manuell für ungültig zu erklären, wenn sie sich schädlich auf deine Website auswirken könnten.

Welche Erfahrungen hast du mit Linkbuilding gemacht und welche Strategien nutzt du? Ich freue mich auf Kommentare und Feedback!