How to: Content-Marketing-Strategie entwickeln

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Einfach mal anfangen mit der Content-Erstellung? Das ist leider keine gute Idee, auch wenn sich eine gewisse „Schnell-ins-Handeln-kommen“-Mentalität im Marketing durchaus positiv auswirken kann. Aber um effektiv Content zu planen und umzusetzen, sollte eine strategische Basis vorhanden sein, die auf lange Sicht viel Zeit und Frust erspart. In diesem Artikel erkläre ich, was eine gute Content-Marketing-Strategie abdecken sollte und wie du sie Schritt für Schritt entwickelst.

Übrigens: Um einen ersten Überblick über das Thema Content Marketing zu erhalten, schau gerne mal in meinen Artikel „Was ist Content Marketing?“ rein.

Begriffserklärung: Content Strategie oder Content Marketing Strategie?

Vielleicht sind dir beide schon Begriffe untergekommen – aber was genau ist der Unterschied?

In der Praxis werden die beiden Begriffe häufig synonym verwendet, aber genaugenommen beschreiben sie zwei unterschiedliche Dinge.

Eine Content-Marketing-Strategie schafft einen Rahmen für die Planung von Content. Sie beinhaltet die Definition von Zielen und Zielgruppen, auf deren Grundlage dann Themen, Formate und Distributionswege abgeleitet werden.

Eine Content-Strategie kommt später ins Spiel. Sie umfasst die Planung, Erstellung und Verwaltung der Inhalte. Man kann sagen, dass es bei der Content-Strategie konkreter wird: Nach welchen Regeln und mit welchen Mitteln wird Content erstellt, wie wird er für unterschiedliche Formate und Kanäle angepasst, wie geht die Qualitätssicherung vonstatten, wo wird er abgelegt und wie organisiert …? All das sind Fragen, welche die Content-Strategie beantwortet.

In diesem Artikel geht es nun um die Entwicklung einer Content-Marketing-Strategie: Du erfährst, wie du eine Basis für die effektive Planung digitaler Inhalte schaffst.

Brauche ich überhaupt eine Content-Marketing-Strategie?

Eine Strategie entwickeln – das klingt erstmal aufwändig und vielleicht fragst du dich, ob es diesen Aufwand wirklich wert ist. Schließlich könntest du deine ohnehin knappe Zeit genauso gut in die Erstellung von weiterem Content stecken, oder?

Wenn du in irgendeiner Form Online-Content erstellst, solltest du eine Strategie dafür haben.

Die Wahrheit ist aber, dass du die Zeit, die du jetzt in wichtige strategische Überlegungen steckst, im Nachhinein x-mal wieder raushaben wirst.

Eine Content-Marketing-Strategie hat folgende Vorteile:

  1. Sie macht Content Marketing planbar. Indem du Ziele definierst und Ergebnisse auswertest, ermittelst du realistische Effekte verschiedener Maßnahmen – das ist vor allem für zukünftiges Content Marketing unfassbar wertvoll.
  2. Sie sorgt für bessere Ergebnisse. Denn indem du eine Strategie aufstellst, entwickelst du deinen Content auf Basis von Daten und handfester Recherchen, anstatt ins Blaue hinein zu produzieren.
  3. Sie sorgt für langfristigen Erfolg. Gerade auf lange Sicht wirst du von einer Strategie profitieren: In der Planung liegt nämlich die Chance, deine Maßnahmen so anzupassen, dass die Ergebnisse kontinuierlich verbessert werden.
  4. Sie spart Zeit. Wenn du genau weißt, welche Inhalte du brauchst, um deinen Unternehmenserfolg voranzutreiben, verschwendest du deine Zeit nicht mit der Erstellung von Content, der am Ende keine Ergebnisse erzielt. Logisch, oder? 😉

Was beinhaltet eine Content-Marketing-Strategie?

Die Content-Marketing-Strategie ist die Basis sämtlicher Content-Marketing-Aktivitäten. Sie legt Folgendes fest:

  • Ziele
  • Anvisierte Zielgruppe(n)
  • Abgedeckte Themen
  • Formate
  • Distributionswege (= Verbreitungswege)
  • Zeitpunkt und Dauer der Aktivitäten
Bestandteile einer Content-Marketing-Strategie

Wie definierst du nun also Zielgruppe, Themen, Formate usw.? Das ergibt sich Schritt für Schritt – nicht nur spezielle Online-Tools kommen zum Einsatz, sondern auch Online- und Offline-Recherchen, deine eigene Kreativität sowie eine gute Portion gesunder Menschenverstand. Aber eins nach dem anderen …

Ziele definieren

Die Basis einer jeden Strategie ist die Definition von Zielen. Denn nur wenn du weißt, was du erreichen willst, kannst du die richtigen Mittel auswählen und im Nachhinein bewerten, wie erfolgreich diese Mittel waren.

Ziele von Content-Marketing-Aktivitäten können z. B. sein:

  • Traffic generieren (= mehr User auf die eigene Website ziehen)
  • Rankings aufbauen bzw. verbessern (= für relevante Suchanfragen weiter oben bei Google oder anderen Suchmaschinen erscheinen)
  • Backlinks aufbauen (= erreichen, dass andere Websites auf deine Website verlinken)
  • Reichweite erhöhen (= neue Follower in den sozialen Netzwerken gewinnen und Interaktionsraten steigern)
  • Leads generieren (= Kontaktdaten potenzieller Kund:innen erhalten, insbesondere E-Mail-Adressen)
  • Marke stärken (= Aufmerksamkeit bei deiner Zielgruppe generieren bzw. ein positives Image aufbauen)
  • Sales generieren (= Steigerung der Verkäufe deiner Produkte oder Dienstleistungen)

Welche Ziele du definierst, richtet sich nach deinen individuellen Unternehmens- und Marketingzielen.

Zielgruppe definieren

Der Kern von Content Marketing ist das Ziel, Internetnutzer*innen einen Mehrwert zu liefern. Nicht jedem bzw. jeder natürlich, sondern einer ganz bestimmten Gruppe, für die du und dein Angebot relevant sind, die du für dein Angebot begeistern und die du folglich mit deinem Content erreichen möchtest.

Du kannst die Bedürfnisse deiner Zielgruppe aber nur dann erfüllen, wenn du sie kennst. Wenn du weißt, welche Eigenschaften, Wünsche und Erwartungen sie hat. Nur dann kannst du deinen Content zielgenau auf diese Personen ausrichten und ihnen genau das geben, wonach sie suchen.

Du kannst die Bedürfnisse deiner Zielgruppe nur erfüllen, wenn du sie kennst!

Das Praktisch ist: Die Definition deiner Zielgruppe ist nicht nur für dein Content Marketing vorteilhaft, sondern für sämtliche Marketing-Aktivitäten und natürlich auch für die Entwicklung deiner Produkte oder Dienstleistungen. Es lohnt sich also, hier sorgfältig zu arbeiten und ganz genau hinzuschauen!

Buyer Personas

Eine Buyer Persona ist sozusagen der Archetyp deiner Zielgruppe, der stellvertretend für sie steht und es dir erleichtert, maßgeschneiderte Marketingaktivitäten zu planen.

Idealerweise gibt die Buyer Persona über folgende Eigenschaften Auskunft:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Wohnort (Land, Region, Klein- vs. Großstadt usw.)
  • Berufliche Situation (Schüler*in, Student*in, Angestellte*r usw.)
  • Einkommen
  • Familiensituation (Single, in einer Beziehung, verheiratet, Familie mit Kindern etc.)
  • Interessen und Hobbys
  • Wünsche und Ziele (in Bezug auf deine Angebote und darüber hinaus)
  • Probleme und Ängste (in Bezug auf deine Angebote und darüber hinaus)

Je nach Zielgruppe macht es Sinn, mehrere Personas zu erstellen, z. B. für unterschiedliche Kundengruppen.

Das Problem mit Buyer Personas

Überlegungen zur Persona können dazu verleiten, zu viele Eigenschaften definieren zu wollen. Konzentriere dich unbedingt auf die für dein Business relevanten Eigenschaften! Bist du z. B. ausschließlich B2B unterwegs, werden die privaten Interessen deiner Kunden wahrscheinlich weniger wichtig sein. Richtet sich dein Angebot an Eltern, kann es dagegen sinnvoll sein, hier noch weiter ins Detail zu gehen und z. B. danach zu fragen, wie viele Kinder sie haben und wie alt diese sind.

Damit du dir deine*n Kund*in noch besser vorstellen kannst, gib ihr oder ihm einen Namen und ein Gesicht. Bestücke deine Persona also mit einem passenden Foto oder einer Illustration, das die definierten Eigenschaften wiedergibt.

Ein weiteres Problem ist, dass Personas oft nur oberflächlich und ohne Datengrundlage erstellt werden. Das ist fatal, weil eine „schiefe“ Zielgruppendefinition zu fehlgerichteten Marketingaktivitäten führt. Eine Persona sollte auf realen Zielgruppeneigenschaften basieren.

Aber wie finden wir diese Eigenschaften heraus? Hier kommen idealerweise verschiedene Ansätze zum Einsatz:

  • Kundendaten sichten: Du sammelst über deine Website oder auf anderem Wege Kundendaten? Perfekt! Du besitzt also bereits Daten über deine reale Zielgruppe – schließe sie in deine Recherche mit ein.
  • Website-Daten auswerten: Welche Seiten deine Kund*innen am häufigsten besuchen und welche Produkte am meisten gekauft werden, kann dir ebenfalls wertvolle Informationen liefern.
  • Online-Recherche: Deine Zielgruppe tummelt sich (hoffentlich!) irgendwo im Internet – jetzt gilt es, sie ausfindig zu machen! Mach dich auf die Suche in Foren, Facebook-Gruppen, Online-Magazinen zum Thema usw. Lies dir Fragen, Kommentare und Unterhaltungen durch und schließe daraus auf ihre Eigenschaften, Wünsche und Probleme.
  • Befragung: Um tiefgründige Informationen zu erhalten, tritt in direkten Kontakt mit deiner Zielgruppe und interviewe sie – telefonisch, via E-Mail, in sozialen Medien oder im direkten Gespräch. Wer diesen Punkt im größeren Stil durchführen möchte bzw. die Mittel hat, führt großflächige Online- oder Telefonbefragungen durch oder beauftragt dafür ein Marktforschungsinstitut.
  • Online-Marketing-Tools: Diese können sehr hilfreich sein, um dir weitere Daten zum Suchverhalten deiner potenziellen Zielgruppe zu liefern. Ich spreche vor allem von Tools für die Keyword-Recherche und W-Fragen-Tools.
  • Brainstorming: Wie stellst du dir deine*n „ideal*n Kund*in“ vor – also die Person, die am Schluss für deine Produkte oder Dienstleistungen zahlen wird? Das Brainstorming kannst du allein oder im Team durchführen.

Ein Beispiel:

Du verkaufst in deinem Online-Shop Zubehör für Katzen. Um Bestellungen aufgeben zu können, müssen deine Kund*innen unter anderem ihren Namen, das Geburtsdatum und ihre Postleitzahl angeben. Anhand dieser gesammelten Daten findest du heraus, dass ¾ deiner Kundschaft Frauen ab 60 Jahren sind; die meisten wohnen in Baden-Württemberg und Bayern. In Facebook-Gruppen für Katzenbesitzer*innen liest du besonders häufig Fragen rund um die Gesundheit der Tiere, aber auch nach individuellen Halsbändern und anderen Accessoires. Um noch mehr herauszufinden, veröffentlichst du Umfragen auf deiner Facebook-Seite und fragst deine Follower konkret, welche Themen rund um ihre Katze sie aktuell besonders beschäftigen und welche Produkte sie sich wünschen. Außerdem nutzt du verschiedene Online-Marketing-Tools, die dir einige überraschende Erkenntnisse liefern – z. B., dass sich sehr viele Personen für eine ganz bestimmte Fütterungsmethode interessieren oder wissen möchten, wie sie ihre Katze baden können. Am Schluss hast du jede Menge Material und überlegst im Rahmen eines Brainstormings, wie dein*e ideal*e Kund*in aussieht.

Persona-Erstellung: Bestandteile und Informationsquellen

Customer Journey

Als Customer Journey bezeichnet man im Marketing den Weg, den ein*e Kund*in geht, bis er oder sie sich zum Kauf entschließt. Sich mit dieser „Kundenreise“ zu beschäftigen, ist für die Planung deiner Content-Marketing-Maßnahmen essenziell – vor allem bei der Auswahl geeigneter Themen, Formate und Verbreitungswege.

Es gibt verschiedene Theorien zur Customer Journey. Besonders bekannt ist das sogenannte AIDA-Modell (Attention – Interest – Desire – Action); andere Modelle bilden den Prozess in mehreren Stufen ab. Der Grundstein ist allerdings immer die Annahme, dass potenzielle Kund*innen stets mehrere Phasen durchlaufen, bis sie sich für ein Angebot entscheiden. Du wachst nicht einfach eines Tages auf, schaltest den Computer an und kauft etwas – oder? Bevor das passiert, musst du erst einmal vom jeweiligen Angebot erfahren und erkennen, dass es einen Nutzen für dich hat. Erst nach Überlegungen, Recherchen und möglicherweise dem Austausch mit Vertrauten fällt die Entscheidung und es kommt zum Kauf. Das gilt natürlich nicht für ALLE Produkte und ist sehr individuell – umso wichtiger ist es, dass du dich ausgiebig mit der Customer Journey deiner Zielgruppe befasst.

Die folgende Grafik zeigt die 7-stufige Customer Journey nach Aufgesang, die ich – gerade wegen der wichtigen Phase der Pre-Awareness – sehr sinnvoll im Bezug auf Content Marketing finde.

7-stufige Customer Journey

Das Problem mit der Customer Journey

Selten verläuft der Weg zum Kauf absolut geradlinig und für alle Kund*innen gleich. Eine Customer Journey ist deswegen nicht mehr als eine grobe Orientierung, über welche Stufen die meisten Vertreter*innen deiner Zielgruppe zu dir gelangen. Das solltest du im Hinterkopf behalten.

Themenrecherche

Kein Content ohne Themen: Jetzt geht es endlich ans Eingemachte! Die Frage lautet, mit welchen Themen du die Aufmerksamkeit deiner (potenziellen) Kund*innen bekommst. Ganz wichtig: Dein Produkt oder deine Dienstleistung selbst ist nur EINES dieser Themen! Es muss und darf sich nicht nur darum drehen, denn sonst hast du das Interesse deiner Zielgruppe ganz schnell verloren. Außerdem liegt ja das große Potenzial von Content Marketing gerade darin, Personen zu erreichen, die noch gar nicht wissen, dass sie dein Angebot brauchen.

Die Kunst besteht darin, deine potenziellen Kund*innen auf vielen verschiedenen Ebenen anzusprechen, diverse Probleme zu lösen und ihnen in möglichst vielen Phasen der Customer Journey Mehrwert zu stiften. Das Stichwort lautet Ganzheitlichkeit: Biete ein ganzheitliches Content-Angebot und werde zum besten Freund deine*r Kund*in, wenn es um DEIN THEMA geht (Achtung: dein Thema, nicht dein Produkt!).

Um herauszufinden, welche Themen deine Zielgruppe bewegen, stehen dir verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, wie z. B …

Keyword-Recherche

Finde anhand einer Keyword-Recherche heraus, wonach Personen im Internet suchen. Ein gutes Werkzeug liefert dir Google Ads mit dem kostenlosen Keyword-Planer, doch natürlich gibt es eine Reihe weiterer Tools aus dem Online-Marketing-Bereich, die zusätzliche Daten und Funktionen bieten. Starte die Recherche mit relevanten Begriffen oder durch Angabe deiner Website-Adresse und stöbere in den Ergebnissen. Anhand des Suchvolumens kannst du erkennen, wie oft ein Begriff monatlich gesucht wird und wie hoch dementsprechend das Interesse ist.

W-Fragen-Tools

W-Fragen-Tools bilden eine gute Ergänzung zur klassischen Keyword-Recherche. Sie zeigen dir, basierend auf Suchanfragen bei Google & Co., mit welchen Fragen sich Internetnutzer beschäftigen. Ein populäres Tool ist z. B. AnswerThePublic – einfach Begriff, Land und Sprache eingeben und Themen entdecken.

Online-Recherche und Konkurrenzanalyse

Die Online-Welt bietet jede Menge Möglichkeiten, Themen für deinen Content zu finden. Klicke dich durch die Websites deiner Mitbewerber oder Websites, die für relevante Suchbegriffe ranken. Welche Inhalte bieten sie ihren Besucher*innen? Auch Foren und Facebook-Seiten oder -Gruppen eignen sich bestens zur Themenrecherche.

Offline-Recherche: Direkter Kontakt mit der Zielgruppe

Nicht nur zur Persona-Erstellung ist die Befragung deiner Zielgruppe ein gutes Mittel, um an Informationen zu kommen. Frage deine Kund*innen, Menschen um dich herum oder auch online nach Themen, die sie beschäftigen.

Themen-Clustering

Am Ende deiner Recherche hast du jede Menge potenzieller Themen gesammelt, die nun im Rahmen eines Themen-Clusterings strukturiert werden sollten. Warum? Weil du auf diese Weise bestimmen kannst, wie du die Themen aufbereiten (Inhalt, Format) und den fertigen Content verbreiten solltest.

Formate

Inhalte können auf viele verschiedene Arten und Weisen präsentiert werden.

Am häufigsten genutzt werden im Content Marketing folgende Formate:

  • Blogpost / Expertenbeitrag
  • Infografik
  • E-Book oder Whitepaper
  • Checkliste
  • Interaktives Tool
  • Quiz
  • Video

Die Liste lässt sich jedoch noch weiter ergänzen.

Ein bekannter Ausdruck aus der Designtheorie lautet „form follows function“: Die Form bzw. das Äußere richtet sich nach der Funktion. Das lässt sich auch auf die Content-Erstellung übertragen. Die Wahl der richtigen Formate hängt auch hier von der Funktion ab, genauer: von Thema, Ziel und Zielgruppe des Inhalts. Allerdings müssen die Formate auch zu deinen Zielen passen.

Content-Formate, ihre Funktionen und Ziele

Konkurrenzanalyse

Schau dir unbedingt an, wie deine Konkurrenz verschiedene Themen aufbereitet. Dadurch stößt du nicht nur auf Ideen, sondern auch auf Marktlücken („Content gaps“) – wenn du z. B. denkst: „Dieses Thema könnte man doch mit einer Grafik noch viel besser erklären“.

Dein Ziel sollte immer sein, deiner Zielgruppe mehr Mehrwert zu einem Thema zu liefern als alle anderen. Content zu erstellen, der besser ist als der deiner Wettbewerber. Ich nenne diesen Content „Top Content“. Nur wenn du es schaffst, Top Content zu erstellen – und das kontinuierlich – wirst du großen Erfolg mit deinen Content-Marketing-Aktivitäten haben.

Distributionswege

Zu einer Content-Marketing-Strategie gehört auch immer die Auswahl der passenden Distributionswege: Wie und wo soll der Content verbreitet werden?

Zunächst einmal sei gesagt, dass es hier sehr viele Möglichkeiten gibt, die von den eigenen Kanälen bis zu bezahlter Verbreitungswege reichen. Diese solltest du dir genau anschauen und überlegen, welche Distributionswege

  • zu deinen festgelegten Zielen,
  • zu deiner Zielgruppe und
  • zu deinem Budget passen.

Owned, Earned & Paid Media

Man unterscheidet im Online Marketing zwischen drei Arten von Distributionskanälen:

  • Owned Media
  • Paid Media
  • Earned Media
Content-Distributionswege: Owned Media, Paid Media und Earned Media

­­­­­­Owned Media sollte die Basis deiner Aktivitäten sein. Deine eigenen Kanäle sind unglaublich wertvoll, denn sie sind zu 100 % kontrollierbar und in vielen Fällen die Voraussetzung für Earned und Paid Media.

Ein Beispiel: Du veröffentlichst eine Grafik auf deinem Blog (Owned), deren Inhalte von einem Online-Magazin aufgenommen und deine Website verlinkt wird (Earned). Zusätzlich schaltest du einen Sponsored Post auf einem weiteren Blog, in dem dein eigener Artikel verlinkt wird (Paid).

Earned Media, also das Aufgreifen deines Contents von Dritten, ohne dass du dafür etwas zahlst, ist sozusagen der „heilige Gral“ des Content Marketings. Die Gründe dafür sind:

  • Earned Media ist der Beweis dafür, dass dein Content wirklich gut ist.
  • Indem dein Content auf fremden Plattformen aufgenommen bzw. empfohlen wird, erhöhst du deine Reichweite – idealerweise innerhalb der richtigen Zielgruppe.
  • Earned Media ist glaubwürdig, da es eine unbezahlte Empfehlung darstellt.
  • Earned Media ist insbesondere eine gute Möglichkeit, an hochwertige Backlinks zu kommen.
  • Earned Media ist kostenlos.

Suchmaschinenoptimiertung: Mache deinen Content auffindbar

Der nachhaltigste Weg, deinen Content an die Frau oder den Mann zu bringen, ist über die Suchmaschine (zu über 90 % ist das Google). Denn dort beginnt in vielen Fällen die Customer Journey: Dein*e potenzielle Kund*in begibt sich auf Internet-Recherche, um sich Informationen zu beschaffen.

Aus diesem Grund sollte dein Content unbedingt Suchmaschinen-optimiert sein. Aber was bedeutet das konkret?

Hier die Must-Have SEO-Maßnahmen in aller Kürze:

  • Führe eine Keyword-Recherche durch und identifiziere die für das Thema wichtigen Keywords.
  • Richte deinen Content an deiner Keyword-Recherche aus und flechte die Keywords sinnvoll in die Texte ein. Achtung: Existiert auf deiner Website bereits eine Seite, die für diese Keywords rankt, solltest du einen anderen Fokus wählen (z. B. konkretere Keywords), denn sonst wird eine sogenannte Keyword-Kannibalisierung eintreten. Das bedeutet, dass beide Seiten um dieselben Keywords konkurrieren, was häufig zu einem schlechteren Ranking für beide führt.
  • Reichere deinen Content mit (Keyword-optimierten) Metadaten an: Meta title, description, alt-Texte etc.
  • Stelle sicher, dass deine URL indexiert ist.

(Tipp: In meinem Beitrag zum Thema SEO-Content erkläre ich ausführlich, worauf es beim Thema SEO ankommt.)

Wenn du alles richtig gemacht hast und dein Content zudem besser ist als der deiner Wettbewerber, wird er mit der Zeit im Google-Ranking steigen. Aber: Es dauert, bis Google geprüft und validiert hat, dass dein Content zu den entsprechenden Suchanfragen passt. Hier ist also Geduld gefragt, jedoch lohnen sich Mühe und Warten, da du (je nach Suchvolumen deiner Keywords) jede Menge organischen Traffic bekommen kannst.

Newsletter: Mehrwert für deine Kundschaft

Ein Newsletter ist eine großartige und oft unterschätzte Möglichkeit, deinen Content an deine (potenziellen) Kund*innen auszuspielen. Natürlich kannst du auf diese Weise nur einen begrenzten Personenkreis erreichen – nämlich deine E-Mail-Liste –, dafür sind diese Personen bereits an deinen Themen und Angeboten interessiert und können wahrscheinlich schneller zu Käufern gemacht werden. 

Social Media: Content anpassen und in die Welt bringen

Deine eigenen Social-Media-Kanäle sind die perfekte Möglichkeit, um deinem Content Reichweite zu verschaffen. Also teile ihn fleißig auf Facebook, Instagram, Pinterest, LinkedIn …, welche Kanäle du auch immer bespielst. Allerdings solltest du den Content vorher auf das entsprechende Medium anpassen. Das gilt nicht nur für die Maße von Bildern, sondern auch deine Texte: Gibt es spezifische Vorgaben durch das Netzwerk (z. B. 280 Zeichen bei Twitter)? Hast du es mit unterschiedlichen Zielgruppen zu tun, die besondere Vorlieben haben oder auf unterschiedliche Art und Weise angesprochen werden wollen? Um dies herauszufinden, helfen Analysen und das Testen verschiedener Post-Varianten.

Natürlich kannst du über Social Media auch Werbung schalten und auf diese Weise neue Interessent*innen erreichen.

Outreach: Stelle deinen Content den richtigen Personen vor

Outreach ist eine gute Möglichkeit, Earned Media zu generieren. Denn damit Journalisten, Redakteure, Blogger etc. auf deinen Content aufmerksam werden, müssen sie nicht durch Zufall selbst darauf stoßen – du kannst sie einfach aktiv darauf aufmerksam machen. Das kann per Mail oder telefonisch geschehen. Wichtig ist hierbei, dass du deinen Content gut verkaufst. Richtig gehört: Beim Outreach wirst du zum Verkäufer, der sein Gegenüber überzeugen muss. Warum sollte sie oder er über deinen Content schreiben? Outreach sollte generell gut geplant sein. Ich empfehle, dass du dir folgende Fragen stellst:

  • Wer ist mein Gegenüber? Was interessiert ihn? Was braucht er?
  • Wie spreche ich mein Gegenüber am besten an?
  • Warum passt mein Content perfekt zur Zielgruppe meines Gegenübers? Was macht den Content aus? Warum sollte sie oder er darüber schreiben?

Native Advertising

Native Advertising ist, wie der Begriff schon verrät, eine Form der Online-Werbung und somit Paid Media. Es handelt sich um Beiträge, die auf fremden Websites oder auf Social Media ausgespielt werden – und zwar im redaktionellen Bereich, also z. B. zwischen redaktionellen Beiträgen. Auf diese Weise wird er weniger als Werbung wahrgenommen und kann dir wertvolle Klicks von an deinen Themen interessierten Personen bescheren. Der Vorteil von Native Advertising: Die Platzierung der Beiträge erfolgt auf Basis von Daten der Internetnutzer und ihrer Interessen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass deine Beiträge von Personen gesehen werden, die sich (mutmaßlich) für deine Angebote interessieren.

Kooperationen und Influencer Marketing

Unternehmen oder öffentliche Personen, die eine hohe Reichweite innerhalb deiner Zielgruppe genießen, könnten sich für (bezahlte) Kooperationen eignen. Das Prinzip: Du zahlst dafür, dass dein Content empfohlen wird.

Zeitpunkt und Dauer der Aktivitäten

Hast du Themen, Formate und Distributionswege ausgewählt, stellt sich noch die Frage, wann und wie lange die verschiedenen Aktivitäten durchgeführt werden sollen. Das ist natürlich sehr individuell – hier einige Orientierungspunkte, an denen du deine Strategie ausrichten kannst.

Kurz- und langfristige Maßnahmen

Manche Maßnahmen benötigen mehr Zeit als andere, bis sie Früchte tragen. Bleiben wir deshalb im Pflanzenreich und stellen uns Content Marketing als Garten vor. Um all deinen Kunden etwas bieten zu können, baust du Verschiedenes an. Die Pflanzen benötigen allerdings ein unterschiedliches Maß an Zeit und auch Pflege, um zu gedeihen und schließlich Früchte zu tragen:

  • Langfristige Maßnahmen: SEO, Social Media Marketing, Newsletter Marketing
  • Mittelfristige Maßnahmen: Content-Seeding
  • Kurzfristige Maßnahmen: Alle Paid-Kanäle

Falls du dich fragst, warum Social Media und Newsletter Marketing unter den langfristigen Maßnahmen aufgeführt sind, obwohl das Posten bzw. Newsletter Versenden ja relativ schnell geht: Das stimmt zwar, aber zunächst musst du dir erst Reichweite in Form von Followern und einer E-Mail-Liste aufbauen. Das kann unter Umständen eine langwierige Arbeit sein.

Saisonalität

Je nach Thema solltest du den Aspekt Saisonalität in deine Planung mit einbeziehen. Ist dein Content nur in einem bestimmten Zeitraum relevant, plane Erstellung und Distribution rechtzeitig, damit das Potenzial deines Contents nicht verpufft.

Der richtige Outreach-Zeitpunkt

Beim Thema Outreach stellt sich häufig die Frage, wann Journalisten und Co. am besten kontaktiert werden sollten, damit der Content im Redaktionsplan berücksichtigt wird.

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